Trier/Gerolstein - Nach dem Fund einer funktionsfähigen Nagelbombe bei einem 33-Jährigen in Gerolstein (Rheinland-Pfalz) prüft die Polizei mögliche Anschlagspläne mit rechtsextremem Hintergrund. "Wir ermitteln ganz klar in diese Richtung", sagte ein Polizeisprecher.

Ein Sprecher der Behörde bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag entsprechende Ermittlungen. Auch suchten die Beamten nach dem Bombenbastler. Es sei davon auszugehen, dass der 33-Jährige den Sprengkörper nicht selbst hergestellt habe.

Die Bombe wurde laut Polizei am 3. Juni in der Wohnung des Mannes sichergestellt - kurz bevor sich der Kölner Nagelbombenanschlag mit 22 Verletzten, der der rechtsextremen Terrorgruppe NSU zugeschrieben wird, am 9. Juni zum zehnten Mal jährte. Der Verdächtige war laut Polizei bereits durch Gewaltdelikte, fremdenfeindliche Straftaten und Hakenkreuz-Schmierereien aufgefallen.

Den Ermittlern zufolge ist offen, was der Mann vorhatte und ob er Verbindung zu rechtsextremen Organisationen hat. "Fest steht, man baut so ein Ding, um Menschen zu verletzen", sagte der Polizeisprecher dem Blatt. Der 33-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Er will die Bombe von einem Bekannten erhalten haben.