Brüssel l Es ist vollbracht: Spanien hat einen neuen Monarchen. Felipe schwingt jetzt offiziell das Zepter. Doch Vorsicht - am Thron wird gesägt. Die Republikaner in Spanien wittern Morgenluft. Sie wollen keinen König mehr. Grundsätzlich nicht - und schon gar nicht mehr nach den unguten Erfahrungen mit Skandalen und Affären von Juan Carlos. Felipe muss also mächtig aufpassen, das ihm die Königswürde nicht abhanden kommt.

In der Brüsseler Tageszeitung "De Standaard" hat Jo De Poorter, eine Art belgischer Rolf Seelmann-Eggebert, dem neuen Monarchen daher entscheidende Hinweise für seine Regentschaft gegeben: "Wisse, was deine Untertanen wirklich bewegt. Oder lass es dir genau erzählen. (... ) Um die Sprache des Volks zu sprechen, muss man genau spüren, was sensible Themen sind. (...) Beweise Führungsstärke durch deine Taten nicht nur durch Worte. Erkenne, dass die Welt sich verändert."

Genau dazu war wohl sein Vorgänger und ambitionierter Großwildjäger zum Ende seiner Amtszeit nicht mehr in der Lage, weshalb De Poorter eindringlich mahnt: "Wir sollten nicht mehr zu unserem Vergnügen auf Elefanten schießen."

Der belgische Adelsexperte schlägt schließlich noch eine Brücke zwischen Blaublütigen im Allgemeinen und dem übrigen Volk: "Erfolgreiche Monarchen beweisen, dass die Staatsführung ein Beruf sein kann wie Zahnarzt, Anwalt oder Webmaster." Wenn das auch umgekehrt gilt - wo bitte gibt´s die Bewerbungsunterlagen?