Milwaukee I Born to be wild? Von wegen! Die Motorrad-Kultmarke Harley-Davidson will leiser werden, ruhiger. Die Amerikaner haben ihren ersten elektrischen Feuerstuhl konstruiert. Diesen können ausgewählte Kunden ab der nächsten Woche auf einer 30-tägigen Tour durch die USA auf Herz und Nieren testen. Sozusagen als E-asy Rider. Erst danach entscheidet sich, ob in ein paar Jahren tatsächlich eine Elektro-Harley bei den Händlern steht.

Nun ist es kein Geheimnis, dass Biker mit der Harley-Davidson vor allem eines verbinden: einen dicken und markant klingenden V2-Motor. Und weil der Klang der Maschinen aus der Motorradschmiede in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin schon immer eine so wichtige Rolle spielte, haben sich die Entwickler bei dem auspufflosen Motorrad etwas lustiges einfallen lassen.

Ein Soundgenerator sorgt dafür, dass die Harley-Davidson nicht ganz zur langweiligen Flüster-Maschine verkommt. Dieser erzeugt aber nicht das typische V2-Knattern, sondern "weckt Assoziationen zu den Kampfjets auf Flugzeugträgern", wie der Marketingchef tönt.

Die Höchstgeschwindigkeit des 74 PS starken E-Motorrads ist zugunsten der Reichweite auf 150 Stundenkilometer begrenzt. Mit einer Akku-Ladung schafft das Vorserienmodell 85 Kilometer. Die Lithium-Ionen-Batterie soll nach 3,5 Stunden an der Steckdose wieder aufgeladen sein.

Die Harley steht für den amerikanischen Traum von Freiheit und Abenteuer. Die Vorstellung, dass wilde Männer in Lederklamotten künftig ihre Maschinen an der Steckdose "auftanken", dürfte den Glauben an diesen Mythos mächtig erschüttern.