Berlin - Die Grünen haben die Koalitionspläne für eine gesetzliche Frauenquote an der Spitze deutscher Unternehmen als unzureichend kritisiert.

"Die Frauenquote kommt spät und wenig ambitioniert. Sie sollte auf 40 Prozent angehoben und perspektivisch auch auf andere Ebenen ausgeweitet werden, um Frauen im gesamten Unternehmen gleichzustellen", sagte Parteichefin Simone Peter den Dortmunder "Ruhr Nachrichten" (Montag). Darüber hinaus müsse es mehr Mut für "eine neue Zeitpolitik" geben, die Arbeits-, Familien- und Pflegezeiten gerade auch im Sinne von Frauen flexibler regele.

Auch aus den Reihen der schwarz-roten Koalition gibt es skeptische Anmerkungen: "Aufsichtsräte von voll mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen, die ab 2016 neu besetzt werden, sollen eine Geschlechterquote von 30 Prozent aufweisen. Dazu stehe ich", sagte die Chefin der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, der "Passauer Neue Presse" (Montag). "Die meisten Frauen sind davon allerdings nicht betroffen. Ihnen geht es um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und gleiche Bezahlung." Dies sei "eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", so Hasselfeldt.

Die große Koalition soll von 2016 an für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen eine Geschlechterquote von 30 Prozent vorschreiben - dies sieht der Referentenentwurf der SPD-geführten Ressorts Justiz und Familie vor, der jetzt zur Abstimmung an die anderen Ministerien verschickt wurde. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) versicherte, es werde bei der Quote keine Ausnahmen geben. "Bloße Scheinargumente, es gäbe nicht genug qualifizierte Frauen, lassen wir nicht gelten", sagte er der "Bild am Sonntag".