Nürnberg/Chemnitz - Immer mehr Ältere arbeiten auch jenseits des gesetzlichen Rentenalters weiter. So gab es Ende September 2013 bundesweit 855 510 Minijobber über 65 Jahre, wie eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigt, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Das waren 42 200 mehr als ein Jahr zuvor und sogar mehr als 270 000 mehr als 2003. Rund 142 000 Minijobber waren sogar älter als 74 Jahre, zeigt die BA-Statistik.

Über die Entwicklung hatte unter Berufung auf die Linksfraktion im Bundestag zuerst die "Chemnitzer Freien Presse" berichtet, allerdings mit Zahlen von Ende Juni 2013.

Auch die Zahl der Menschen ab 65 mit einer regulären, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung steigt demnach. Die Statistik weist bis September des Vorjahres 188 800 Beschäftigte und damit knapp 17 600 mehr als 2012 aus. Damit besetzt die Altersgruppe ab 65 - inklusive Minijobs - erstmals mehr als eine Million Arbeitsplätze, kommentierte die Linksfraktion nach dem Medienbericht die Entwicklung.

Eine Sprecherin der Bundesagentur warnte vor einer Überinterpretation der Zahlen. Sie spiegelten vor allem die Anhebung des Renteneintrittsalters wider, das seit Dezember 2011 pro Jahr um einen Monat steige. Das zeige sich auch in der Statistik: Den stärkste Anstieg habe die BA bis September 2013 in der Gruppe der 65- und der 66-Jährigen verzeichnet, während es bei 67 Jahre und älteren Senioren nur geringe Zuwächse gegeben habe.

Der Sozialverband VdK warnte dennoch vor Altersarmut. "Die stark gestiegene Zahl an Minijobbern unter den Rentnern ist für mich ein deutlicher Hinweis auf die wachsende Altersarmut in Deutschland", erklärte die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, am Dienstag. Die Zahlen spiegelten wider, "dass immer mehr Menschen Probleme haben, mit ihrer Rente auszukommen und mit Hilfe von Minijobs versuchen, sich finanziell über Wasser zu halten".