Kopenhagen (egw) l Ein Fußballfan ohne Bier ist wie ein Pianist ohne Klavier. Doch Vorsicht ist geboten, wenn der wahlweise gefrustete oder begeisterte Zuschauer nach der Feier zum Autoschlüssel greift. Das gilt überall, aber seit dem gestrigen 1. Juli ganz besonders in Dänemark. Wer dort mit mehr als zwei Promille im Blut unterwegs ist, hat nichts mehr zu lachen. Die Polizei ist seit gestern berechtigt, nicht nur den Führerschein einzuziehen, sondern gleich das ganze Fahrzeug. Das wird verkauft, und das Geld wandert in die Staatskasse. Noch strenger sind die Italiener. Dort wird schon ab 1,5 Promille das Auto enteignet und zwangsversteigert.

Dem Teufel Alkohol kann man aber auch auf andere Art zu Leibe rücken. Beispiel Kolumbien. Zum WM-Achtelfinalspiel am vergangenen Sonnabend trat in weiten Teilen ein "Trocken-Gesetz" in Kraft. Danach gilt bei WM-Spielen der Kolumbianer von sechs Uhr morgens an ein 24-stündiges Alkoholverbot. Nur so sei die überschäumende Menge im Griff zu behalten, denn seine Landsleute seien nun mal "católicos y alcohólicos", Katholiken und Alkoholiker, erklärte der Sozialwissenschaftler Ricardo Chica Gelis. Hier werde alles mit Alkohol gefeiert, ob Muttertage oder Tag der Sekretärin.

Das ist in Deutschland eigentlich nicht anders. Aber man stelle sich vor, man hätte das Spiel am Montagabend ohne ein einziges Bier ertragen müssen. Undenkbar!