Bei schwülen Gewittertemperaturen haben am Sonntag tausende Menschen in Brunsbüttel in Schleswig-Holstein die "Wattolümpiade 2014" gefeiert. Mehr als 4000 Besucher feuerten vom trockenen Deich aus die 400 Sportler im feuchten Schlick an. Beim feierlichen Einlauf der "Wattlethen" genannten Sportler und dem Ablegen des "Olümpischen Eides" standen die Spielflächen noch weitgehend unter Wasser.

Bei Ebbe traten anschließend 37 Teams in den Disziplinen Wattfußball, Watthandball, Wolliball und Schlickschlittenrennen gegeneinander an. Ihnen blieben nur vier Stunden, Sieger zu ermitteln. Danach überschwemmte die Flut die 35000 Quadratmeter große Wattkampf-Arena wieder und beendete die 10. Auflage des schrägen Turniers, das inzwischen auch international stoße auf Interesse stößt: Fernseh- und Radioteams reisten in diesem Jahr unter anderem aus Australien, Thailand und Belgien an.

Mit den Einnahmen des Spektakels unterstützen die Watt-Sportler die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft. Das "schmutzige Spiel für einen guten Zweck" sei eine Veranstaltung der Rekorde gewesen, sagte Michael Behrendt vom Organisatoren-Team.

So legten sich zum Auftakt der Olümpiade am Sonntag 350 "Schlick-Engel" ins Watt und wedelten fünf Minuten lang gleichzeitig mit Armen und Beinen, um ihre Spuren zu hinterlassen. Die erste Rekordmarke war allerdings bereits am Neujahrsmittag gefallen: Die Startplätze der Wattlethen waren binnen 55 Sekunden ausgebucht.