Köln/Berlin - Papst Franziskus hat den Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki zum neuen Erzbischof von Köln ernannt. Dies gab die katholische Kirche zeitgleich in Rom und Köln bekannt.

Der gebürtige Kölner ist seit knapp drei Jahren Erzbischof von Berlin. Der 57-jährige Kardinal wird Nachfolger von Kardinal Joachim Meisner (80), der Ende Februar in den Ruhestand ging. Woelki wird am 20. September in einem feierlichen Gottesdienst im Kölner Dom in sein neues Amt eingeführt, wie das Erzbistum Köln am Freitag mitteilte. Woelki sprach in einer ersten Stellungnahme in Berlin von einer großen Ehre und Verantwortung, die mit dem Kölner Amt verbunden sei.

Das Erzbistum Köln ist mit über zwei Millionen Katholiken das mitgliederstärkste in Deutschland. Es zählt zu den bedeutendsten in der katholischen Kirche überhaupt. Am Samstagvormittag will sich Woelki in Köln bei einer Pressekonferenz vorstellen. Anschließend wird er den Schrein der Heiligen Drei Könige und die Bischofsgruft im Kölner Dom aufsuchen.

Nach der Priesterweihe 1985 war Woelki mehrere Jahre in der Seelsorge tätig. 1990 machte Meisner ihn zu seinem persönlichen Sekretär. 2003 wurde Woelki Weihbischof in Köln. Seit September 2011 ist er Erzbischof von Berlin, nur Monate später im Februar 2012 wurde er zum Kardinal ernannt. Rund ein Jahr später wählte er in Rom den neuen Papst mit. Als "Caritasbischof" leitet Kardinal Woelki bei der Deutschen Bischofskonferenz die "Kommission für caritative Fragen" und arbeitet in der "Kommission für geistliche Berufe und Kirchliche Dienste".

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) gratulierte Woelki zur Ernennung. "Ich freue mich, dass Kardinal Woelki dieses verantwortungsvolle Amt übernehmen wird und sein Weg ihn wieder nach Nordrhein-Westfalen zurückführt", sagte Kraft laut einer Mitteilung.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, würdigte Woelkis Wirken in Berlin. "Drei Jahre lang hast Du mit Umsicht und Geschick das Erzbistum Berlin geleitet." In seiner dreijährigen Amtszeit habe er wichtige pastorale Prozesse angestoßen.

Der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Köln erhofft sich vom neuen Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki einen Dialog auf Augenhöhe. "Wir müssen verloren gegangenes Vertrauen in unserer Kirche und für unsere Arbeit zurückgewinnen und eine Sprache des Miteinanders wieder entdecken", sagte der Vorsitzende des Gremiums, Tim-O. Kurzbach.

Woelki verlässt die Hauptstadt anscheinend schweren Herzens: "Nach nur drei Jahren als Ihr Erzbischof hat mich Papst Franziskus nun zum Erzbischof von Köln ernannt und dorthin geschickt", erklärte Woelki in einer Botschaft an Berlins Katholiken am Freitag. "Auch wenn ich bereits vor einigen Tagen über meine Wahl informiert worden bin, habe ich es doch nach wie vor noch nicht richtig verinnerlicht. Ich war sehr gerne Ihr Erzbischof."