Köln - Der neue Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki will den Dialog mit der evangelischen Kirche und anderen Religionen vorantreiben.

In Berlin sei Ökumene wegen der geringen Anzahl von Christen dort geradezu lebensnotwendig, sagte der Berliner Kardinal am Samstag bei seinem Antrittsbesuch in Köln. "Vor diesem Hintergrund denke ich, dass wir uns auch in Köln weiterhin um ein gutes geschwisterliches ökumenisches Miteinander bemühen werden." Außerdem wolle er das Gespräch mit anderen Religionen und Nicht-Gläubigen suchen.

Woelki ist seit knapp drei Jahren Erzbischof von Berlin. Am Freitag hatte Papst Franziskus ihn zum Nachfolger von Kardinal Joachim Meisner in Köln ernannt, der seit Februar im Ruhestand ist.

Die Kirche müsse zu den Armen und sozial Schwachen gehen, sagte Woelki vor Journalisten. Der 57-Jährige wohnt in Berlin im Arbeiterviertel Wedding. Für manche Touristen sei das eine "No-Go-Area", sagte er. Auch im Erzbistum Köln gebe es solche Viertel. "Gerade dort leben Menschen, die unsere Hilfe, aber auch die befreiende Botschaft Jesu suchen."

Woelki wird am 20. September in sein Amt als Kölner Erzbischof eingeführt. Kardinal Meisner, der als sein wichtigster Förderer gilt, habe ihm telefonisch zu seiner Ernennung gratuliert, berichtete Woelki. "Er hat gesagt, dass er Rentner sei und ganz loyal hinter mir stehe und dort, wo ich ihn bitte, bereit sei zu helfen."