Berlin - Bei der Wahl eines neuen EU-Kommissionspräsidenten will die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) gegen den Luxemburger Jean-Claude Juncker stimmen.

Junckers bisheriges Vorgehen sowie seine angekündigte Politik seien deutschen und europäischen Interessen nicht förderlich, sagte der AfD-Vorsitzende und Europaabgeordnete Bernd Lucke in Berlin.

Das Europäische Parlament soll Juncker am Dienstag an die Spitze der EU-Kommission wählen. Die AfD stellt sieben von 751 Abgeordneten.

Als langjähriger Eurogruppenchef trage Juncker maßgebliche Verantwortung für eine Vergemeinschaftung von Schulden im Euroraum, erklärte Lucke. Die von Juncker zu verantwortende Euro-Rettungspolitik habe in Teilen der EU zu hoher Arbeitslosigkeit und einer schweren Rezession geführt.

Der AfD-Europaparlamentarier Hans-Olaf Henkel forderte eine grundlegende Umkehr in der europäischen Währungspolitik. Wegen der Fixierung auf den Erhalt der Gemeinschaftswährung um jeden Preis drohe der Eurozone ein langanhaltendes Siechtum. Die unterschiedlichen Wirtschafts-, Finanz- und Fiskalkulturen dürften nicht den Bedürfnissen des "Einheitseuros" untergeordnet werden.