Etwas Entspannung wäre gut gewesen. Ein frühes Tor hätte Millionen Deutschen gut getan. So mitreißend war das Finale der Weltmeisterschaft. Auch im Internet. 32,1 Millionen Mitteilungen wurden während des Spiels über den Kurznachrichtendienst Twitter abgesetzt. Tweets zwischen Hoffen und Bangen.

Schön, dass nebenbei das ZDF sein Traumschiff mit einer Doppelfolge auf hohe See schickte. "Entspannte Bilder aus Botswana. Die Gäste des Traumschiffs erkunden die Flora und Fauna", twitterten die Social-Media-Redakteure des Mainzer Senders. Da hatte die erste Halbzeit der Verlängerung gerade begonnen. Die Nerven der Deutschen lagen blank.

Das ZDF hatte offenbar den richtigen Riecher für das Kontrastprogramm. Auch die Regie des Weltbildes vom Endspiel sorgte kurzzeitig für Entspannung. Zwei Sequenzen in Folge wurde die Christusstatue von Rio de Janeiro vor der untergehenden Sonne gezeigt. Tief durchatmen. "Wir zeigen heute eben WM 2014 und Traumschiff gleichzeitig", stand wenig später im Twitter-Kanal des Ersten.

Dann das Götze-Tor. Das Traumschiff war abgefahren. Überschwänglicher Jubel. Moderator Markus Kavka schrieb: "Und Mario Götzes Tor ist ein Fall für die Documenta. Große Kunst." User André meinte: "Vielen Dank an die Eltern von Mario Götze, dass er heute so lange aufbleiben darf!" Götze, der Mann, der Deutschland zum Titel schoss. So wie vor ihm schon Helmut Rahn, Gerd Müller und Andreas Brehme. Götzseidank!