Berlin - Die Polizeibehörden von Bund und Ländern haben nach Informationen des "Spiegel" keine Anhaltspunkte für weitere Mordtaten der rechten Terrorgruppe NSU.

Bei der Überprüfung aller ungeklärten Fälle zwischen 1990 und 2011 hätten das Bundeskriminalamt (BKA) und die Landeskriminalämter keinen Bezug zur Mordserie des "Nationalsozialistischen Untergrunds" oder andere Verbindungen zur rechten Szene erkannt, berichtet das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf Ermittlerkreise. Offiziell bleibe es daher bei 63 durch rechtsextreme Gewalt Getöteten seit 1990.

Die Innenministerkonferenz hatte die Überprüfung nach dem Auffliegen des NSU angeordnet. Die Ermittler untersuchten laut "Spiegel" 418 vollendete und 327 versuchte Tötungsdelikte.

Dem NSU werden unter anderem zehn Morde zur Last gelegt, neun an Kleinunternehmern ausländischer Herkunft und einer an einer deutschen Polizistin. Die beiden mutmaßlichen Haupttäter Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatten sich im November 2011 erschossen, um der Festnahme durch die Polizei zu entgehen. Ihre Gefährtin Beate Zschäpe steht derzeit in München wegen Mittäterschaft vor Gericht.