Washington | Klappern gehört zum Handwerk - und das mehr denn je. Es wird wieder auf Retro-Tasten getippt: Die NSA-Spähaffäre beschert Schreibmaschinen einen unverhofften Boom. Der Vorsitzende des NSA-Untersuchungsausschusses hat bereits verraten, dass er vertrauliche Schriftstücke künftig in Schreibmaschinen-Tasten hauen will. Psssst, und auch die russischen Spione gehen auf Nummer sicher: Sie haben nach den Snowden-Enthüllungen 20 Schreibmaschinen geordert. Es brechen also wieder die guten alten Zeiten an, in denen eine Cloud noch eine Wolke war.

Der Siegeszug von Tipp-Ex, hochspringenden Typenhebeln und Farbband ist somit kaum zu stoppen. Vor allem Triumph Adler erlebt gerade wahre Höhenflüge. 10 000 Maschinen haben die im vorigen Geschäftsjahr verkauft - ein Drittel mehr als im Jahr zuvor.

Im Internet kursiert momentan ein Geheimtipp - das Modell mit dem kryptischen Namen "Twen T 180": fälschungssicher, abhörsicher, NSA-sicher. Die "Schlapphut"-Maschine gibt es schon ab 146,36 Euro.

Auch die Schreibmaschinen von "Olympia" sind begehrt. Die Chefs dort sind optimistisch, in diesem Jahr die 10 000er-Marke zu überspringen. So viele Geräte hat das Unternehmen seit 20 Jahren nicht mehr verkauft.

Und was passiert, wenn eines Tages auch Schreibmaschinen nicht mehr risikolos sind? Dann kommt, ganz sicher, die große Stunde der Brieftauben. Sollten deren Flugrouten zu gefährlich werden, können wir uns immer noch auf andere probate Verständigungsmittel verlassen - Trommeln und Rauchzeichen.