Berlin - Die meisten Arztpraxen in Deutschland sind für Behinderte schlecht zugänglich. Nur 22 Prozent der Arztpraxen für Allgemeinmedizin verfügten über einen für Rollstühle geeigneten Zugang oder einen Aufzug.

Das meldet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine Bundestagsanfrage der Linken. Am besten sieht es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums bei den Radiologen aus, bei denen gut jede dritte Praxis als barrierefrei eingestuft wird. Am schlechtesten schneiden demnach Zahnärzte und Kieferchirurgen ab: Nur 15 Prozent ihrer Praxisräume sind für Rollstuhlfahrer erreichbar.

Verena Bentele, die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, forderte, bei neuen Zulassungen auch das Kriterium Barrierefreiheit zu prüfen. Im Gesundheitsministerium wird laut Zeitung derzeit geprüft, welche Anreize sich setzen ließen, um die Anzahl barrierefreier Praxen zu erhöhen. Vorgesehen ist demnach, dass die Bundesregierung gemeinsam mit der Ärzteschaft hierfür ein Gesamtkonzept vorlegt.