Hamburg (egw/dpa) | Sie erproben in einem Steinzeit-Camp möglichst authentisch die früheren harten Lebensbedingungen. Mit Lendenschurz und Lederröckchen gehen Archäologen der Uni Hamburg und ihre Studenten im schleswig-holsteinischen Albersdorf auf Zeitreise in die Steinzeit. Sie wollen herausfinden, wie die Menschen vor 10.000 Jahren möglicherweise gelebt haben.

In der Luft wabert der Gestank von verbranntem Holz, beißender Qualm lässt die Augen tränen: Ein gesunder Arbeitsplatz sieht anders aus. Die 27-jährige Jannie-Marie aus Dänemark misst die Kohlenmonoxid-Konzentration, der unsere Ahnen am offenen Feuer in den Hütten ausgesetzt waren.

Aus Felszeichnungen entnahmen die Forscher eine Art Bau-Anleitung für ein Fellboot: Eine Korb-Konstruktion, in der ein Mensch hockt mit einem Seil in der Hand - "ob das eine Angel war, kann man nur spekulieren", sagt Archäologe Stefan. "Aus dieser Zeichnung haben wir interpretiert, wie Boote damals gebaut worden sein könnten", erklärt der 46-Jährige. Aus Haselnuss- und Weidenruten, Lederstreifen, Bast und einer rohen Rinderhaut bauten sie ein Boot nach, das nach vier Tagen Trockenzeit bereit zum "Stapellauf" war.

Die Forscher ernähren sich von selbstgebrautem Bier und Eintopfgerichten. "Aus Funden weiß man, welche Pflanzen damals zur Verfügung standen: Wir gucken, was sie daraus gemacht haben könnten", erklärt Camp-Organisatorin Tosca Friedrich.

Überlebt hätten die Forscher damit offenbar nicht, denn ab und zu geht`s auf die Jagd in den örtlichen Supermarkt.