Berlin - Die größten Bauvorhaben des Bundes kosten nach einem "Spiegel"-Bericht derzeit insgesamt rund eine Milliarde Euro mehr als geplant.

Von den 40 größten Projekten lägen nur 14 im Kostenrahmen, berichtet das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf einen internen Bericht von Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD).

"Weitere Kostenrisiken" nennt das Papier demnach unter anderem beim Bau des Hochsicherheitstrakts zur Erforschung von Tierseuchen und Viren auf der Ostseeinsel Riems (plus 126,7 Prozent), bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz in Dortmund (plus 80,7 Prozent), beim Robert-Koch-Institut (plus 70 Prozent), bei der Sanierung der Berliner Staatsbibliothek Unter den Linden (plus 35,5 Prozent) und beim Bundesbildungsministerium in Bonn (plus 29 Prozent).

In einem Schreiben an den Bauausschuss des Bundestags räumt Hendricks dem Bericht zufolge Verwaltungsprobleme ein: "Bei einzelnen Bauverwaltungen tragen strukturelle Defizite und ein zu weit gehender Personalabbau inzwischen zu einer teilweise unzureichenden Aufgabenwahrnehmung bei." Die grüne Bundestagsabgeordnete Lisa Paus stellt einen Zusammenhang her: "Es nützt am Ende nichts, wenn die öffentliche Hand Personalstellen einspart, aber wegen schlechter Planung und Kontrolle bei Bauprojekten regelmäßig Millionen und Milliarden an Steuergeldern verschwendet."