München - Im Münchner NSU-Prozess wird heute ein weiterer Zeuge vernommen, der an der Beschaffung der Ceska-Tatwaffe beteiligt gewesen sein soll. Nach Überzeugung der Anklage soll er die Pistole von einem Schweizer Staatsbürger bekommen und nach Deutschland gebracht haben.

Der Zeuge kannte Uwe Böhnhardt seit der Schulzeit und soll im thüringischen Jena derselben Jugendbande angehört haben wie der spätere mutmaßliche NSU-Terrorist. Er war zu einem früheren Termin schon einmal geladen, hatte aber jede Aussage verweigert und geltend gemacht, er könne sich sonst selbst belasten.

Mit der Ceska-Pistole waren neun der zehn mutmaßlichen NSU-Opfer ermordet worden, durchweg Gewerbetreibende mit türkischen oder griechischen Wurzeln. Im NSU-Prozess gehtr es um diese und andere Verbrechen der rechtsextremen Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU).