Teutschenthal - Im Streit um eine neue Gleichstromtrasse im Südosten Deutschlands hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) widersprochen.

"Frau Lieberknecht hat mich nicht richtig verstanden", sagte Gabriel am Donnerstag in Teutschenthal bei Halle. Lieberknecht hatte nach der Ankündigung Gabriels, die Route der Stromtrasse neu prüfen zu wollen, erklärt, die Trasse werde Thüringen nicht mehr durchqueren und der Protest gegen das Projekt habe sich ausgezahlt.

Die bisher von Sachsen-Anhalt über Thüringen nach Bayern geplante Trasse soll eine der "Hauptschlagadern" der Energiewende werden - aber gerade in Bayern hatte sich massiver Protest gegen den geplanten Verlauf geregt.

Gabriel erklärte, die Kritik basiere vor allem darauf, dass sie an einem Braunkohlestandort und nicht an einem Windstromstandort beginnen sollte. Inzwischen ist allerdings ein Trassenbeginn weiter nördlich im Gespräch, um die Windenergie aus dem Ostseeraum einspeisen zu können. Ob die neue Trasse Thüringen durchqueren wird, ließ Gabriel offen. "Ich habe keine Karte mit."