Wer in der NVA gedient hat, der kennt das: Kündigte sich der Besuch eines Generals oder eines anderen Würdenträgers an, wurde gepinselt, was das Zeug hielt. Bordsteinkanten erstrahlten plötzlich in Weiß, Betonflächen in Grün.

Was nicht passte, wurde passend gemacht. Genau wie aktuell in Kalifornien. Der US-Bundesstaat leidet unter anhaltender Dürre. Es gibt strikte Wasserreglementierungen. Grünflächen dürfen nur noch beschränkt bewässert und Bürgersteige und Einfahrten nicht mehr mithilfe von Gartenschläuchen gereinigt werden. Verstöße werden mit bis zu 500 Dollar Strafe geahndet. Aber Not macht bekanntlich erfinderisch.

Im ganzen Staat sind stattdessen "Lawn painters" (Rasen-Maler) zur Stelle, die in der Dürre ihre große Chance wittern. Wie Spiegel Online berichtet, verlangt der Anbieter Green Canary für die künstliche Begrünung durchschnittlich großer Gärten 175 Dollar (rund 130 Euro). Wer es gern billiger hätte, kann auch selbst zu den Farbkanistern greifen, die wie Dampfstrahler gehandhabt werden.

Von der grünen Farbe soll weder für Kinder noch Haustiere Gefahr ausgehen. Auch die Umwelt werde nicht geschädigt, versprechen die Rasen-Maler und sichern drei bis sechs Monate frisches Grün zu. Falls es doch regnet: Die Farbe wäscht sich nicht aus.

Nachhaltiger als die Rasen-Maler geht die Stadt Los Angeles mit dem Grünflächen-Problem um. 30 Dollar zahlt sie für jeden Quadratmeter Rasen, der durch Kies oder trockenunempfindliche Pflanzen ersetzt wird.(egw)