Los Angeles (AFP) | Der Hollywoodstar und Komiker Robin Williams ist tot. Williams habe sich offenbar das Leben genommen, teilte die Polizei von Marin County in Kalifornien am Montag (Ortszeit) mit. Nach Angaben seiner Sprecherin litt der Schauspieler an schweren Depressionen. Freunde und Kollegen zollten dem Ende der 70er Jahre als Außerirdischer in der Serie "Mork vom Ork" bekannt gewordenen Oscar-Preisträger Tribut.

Der 63-Jährige sei am Montagmittag tot in seinem Haus im nordkalifornischen Tiburon aufgefunden worden, teilte die Polizei mit. Die Ermittler gingen von Selbstmord durch Ersticken aus. Williams\' Sprecherin Mara Buxbaum erklärte, der Schauspieler habe zuletzt unter schweren Depressionen gelitten. "Es ist ein tragischer und plötzlicher Verlust." Williams war bekennender Alkoholiker. Im Jahr 2006 erlitt er nach 20 Jahren Abstinenz einen Rückfall und begab sich in eine Entziehungskur.

"Heute Morgen habe ich meinen Ehemann und besten Freund verloren, während die Welt einen ihrer beliebtesten Künstler und liebenswertesten menschlichen Wesen verloren hat", schrieb Williams\' Witwe Susan Schneider, mit der der Schauspieler seit 2011 in dritter Ehe verheiratet war. Sie sei untröstlich und hoffe, dass die Erinnerungen an ihren Mann nicht so sehr von seinem Tod, "als von den zahllosen Momenten der Freude und des Lachens" geprägt sein würden, die er Millionen von Menschen verschafft habe.

Als einer der ersten würdigte US-Präsident Barack Obama den Schauspieler: "Er trat in unser Leben als Außerirdischer - aber schließlich hat er jedes Element des menschlichen Geistes berührt", erklärte der Präsident in Anspielung auf Williams\' Rolle als "Mork vom Ork". Der Schauspieler sei in seiner Karriere "ein Flieger, ein Arzt, ein Flaschengeist, ein Kindermädchen, ein Präsident, ein Professor, ein Peter Pan und alles dazwischen" gewesen, erklärte Obama an seinem Urlaubsort Martha\'s Vineyard. "Er brachte uns zum Lachen. Er brachte uns zum Weinen. Er war einmalig."

Star-Regisseur Steven Spielberg nannte Williams in einer ersten Reaktionen ein "komisches Genie". "Er war ein Freund und ich kann nicht glauben, dass er nicht mehr da ist." Williams\' Kollege Steve Martin twitterte: "Ich könnte nicht erschütterter sein über den Verlust von Robin Williams - Mensch, großes Talent, Schauspiel-Partner, Seele von Mensch." "Robin Williams hat die Welt ein bisschen besser gemacht. Ruhe in Frieden", schrieb der Schauspieler Steve Carell im Online-Kurzbotschaftendienst Twitter. Auf dem berühmten Walk of Fame in Hollywood legten Fans Blumen und Botschaften zum Gedenken an den Komiker nieder.

Williams begann seine Karriere als Stand-up-Komiker. Der für sein anarchisches, energiegelandes Spiel bekannte Schauspieler wirkte in zahllosen Filmen mit und holte 1998 den Oscar für die beste Nebenrolle in dem Film "Good Will Hunting". Dreimal wurde er als bester Hauptdarsteller für den begehrten Filmpreis nominiert, für "Good Morning, Vietnam", "Der Club der toten Dichter" und "König der Fischer".

Im kommenden Jahr sollte Williams eine Fortsetzung seines Kino-Erfolgs "Mrs. Doubtfire - Das stachelige Kindermädchen" drehen. Das Projekt wurde nach der Nachricht von seinem Tod abgesagt. Drei Filme mit Williams sind derzeit in der Nachbearbeitung, darunter eine Fortsetzung von "Nacht im Museum", die Ende des Jahres in die Kinos kommen soll.