Nürnberg - Arbeitsmarktforscher halten Vollbeschäftigung in Deutschland auf lange Sicht für möglich.

"Wenn die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden, könnte die Arbeitslosigkeit langfristig auf einen Wert zwischen zwei und drei Prozent sinken", teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Donnerstag in Nürnberg mit. Damit wären nur noch rund eine Million Menschen hierzulande ohne Job, derzeit sind es knapp drei Millionen.

Allerdings seien dafür weitere Anstrengungen vor allem im Bildungssystem und in der Arbeitsmarktpolitik vonnöten, betonte IAB-Forscher Enzo Weber mit Blick auf eine aktuelle Studie. Auch müssten Wettbewerb und wirtschaftliche Dynamik gestärkt werden. Besonders wichtig: "Die Vollbeschäftigungspolitik muss langfristig orientiert sein, unabhängig von aktuellen Konjunkturschwankungen."

Wichtigste Voraussetzung für eine Arbeitslosenquote von unter drei Prozent - bei der gemeinhin Vollbeschäftigung konstatiert wird - sei eine hohe Qualität des Bildungssystems, erläuterte Weber.

Vor allem müsse es gelingen, bildungsferne Jugendliche bei den nachrückenden Jahrgängen besser zu integrieren und zu qualifizieren. In der Arbeitsmarktpolitik müsse der Fokus auf die Qualifizierung Arbeitsloser gelegt werden. Menschen mit schlechten Chancen auf einen neuen Job sollten zudem intensiv und individuell betreut werden.