Berlin - Der Bundestagswahlkampf 2013 hat den unter Mitgliederschwund leidenden Parteien zahlreiche Neueintritte beschert - vor allem von jüngeren Menschen unter 30 Jahren.

Bei CDU, SPD und Linken hat dies zu einer deutlichen Abschwächung der seit Jahren zu beobachtenden kontinuierlichen Mitgliederverluste geführt, schreibt der Berliner Politologe Oskar Niedermayer in seiner jüngsten Analyse zur Mitgliederentwicklung der Parteien.

Danach konnte die SPD auch im vergangenem Jahr ihre Stellung als mitgliederstärkste Partei knapp vor der CDU behaupten. Die Sozialdemokraten zählten Ende vergangenen Jahres 473 662 Mitglieder (minus 0,7 Prozent). Die CDU kam auf 467 076 (minus 1,9) - und hatte damit 6586 Mitglieder weniger als die SPD. Beide Parteien liefern sich seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel der mitgliederstärksten Partei.

Berücksichtigt man dabei allerdings auch die CSU mit ihren 148 380 Mitgliedern (plus 0,3 Prozent), ist die Union insgesamt mit Abstand die größte Parteiengruppierung in Deutschland.

Die meisten Neueintritte konnten 2013 mit 9 Prozent die Grünen verbuchen. Nach Abzug von Austritten und Todesfällen erzielten sie unter dem Strich mit 61 359 Mitgliedern ein Plus von 2,9 Prozent. Die FDP musste dagegen ausgerechnet im Wahljahr mehr Parteiaustritte (6,5 Prozent) als Eintritte (5,7 Prozent) hinnehmen.

Niedermayer analysiert seit 2001 jährlich in der "Zeitschrift für Parlamentsfragen" die Mitgliederentwicklung der Parteien.