Berlin (dpa) | Ob Kellnern für den anstehenden Urlaub oder Regale einräumen für den zusätzlichen Hunderter in der Tasche: Immer mehr Bundesbürger verdienen sich laut einer Studie in ihrer freien Zeit etwas dazu.

Bei einer repräsentativen Befragung für den "Deutschen Freizeit-Monitor 2014" gab jeder Zehnte an, mindestens einmal pro Woche in seiner Freizeit zusätzlich Geld zu verdienen. Und 20 Prozent verdienen sich demnach mindestens einmal im Monat etwas dazu.

Dazuverdienen um Alltag zu bestreiten

Damit sei Arbeit in der Freizeit häufiger als Kinobesuche, Sporttreiben im Fitnessstudio oder Essengehen, sagte Studien-Leiter Ulrich Reinhardt von der Stiftung für Zukunftsfragen. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene bis 24 Jahren krempeln laut Studie in ihrer Freizeit die Ärmel hoch. Die Anstellungsform reicht dabei von Schwarzarbeit bis zum Minijob.

Viele Dazuverdiener treibt nicht nur der Wunsch nach dem neuesten Fernseher oder teuren Sneakers. "Es ist die Notwendigkeit, die Kosten des Alltags besser bewältigen zu können", sagte Reinhardt. Es steige die Zahl der Menschen, die in ihrer Freizeit zusätzlich arbeiten müssten.

Besserverdiener würden für Freizeit auf Geld verzichten

2007 hätten sieben Prozent der Geringverdiener wenigstens einmal pro Woche zusätzlich Geld verdient, 2014 waren es schon zwölf Prozent. Und 2007 gaben 13 von 100 dieser Befragten an, mindestens einmal pro Monat in ihrer Freizeit für zusätzliches Geld in der Tasche zu arbeiten. 2014 war es schon fast jeder vierte Befragte. "Ich bin sicher, dass der Wert weiter steigen wird", sagte Reinhardt.

Gleichzeitig wären viele Besserverdiener laut Befragung bereit, für mehr Freizeit weniger Geld in Kauf zu nehmen. Das gaben 34 Prozent von ihnen in der Befragung an. "Freizeit wird gefühlt immer weniger." Die Ergebnisse beruhen auf einer Befragung von 4000 Bundesbürgern ab 14 Jahren.