Leipzig - Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) hat ehemaligen DDR-Heimkindern, die Unrecht erlitten haben, weitere Hilfen zugesichert.

"Wir wollen, dass niemand im Regen stehen bleibt", sagte Schwesig am Montag nach einem Besuch der Anlauf- und Beratungsstelle des DDR-Heimkinderfonds in Leipzig. Zwar sei der bisherige Fonds von 40 Millionen Euro ausgeschöpft, aber es sei eine Aufstockung von bis zu 200 Millionen Euro geplant. Die Frist zur Anmeldung von Ansprüchen läuft noch bis zum 30. September.

Für das Jahr 2014 stehe die Finanzierung, sagte Schwesig. "Wir werden zum 1.9., also in wenigen Tagen, 25 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Wir gehen davon aus, dass das für dieses Jahr reicht und werden dann anhand der Anmeldezahlen zum 30.9. die restlichen Mittel für die nächsten Jahre aufstocken", sagte Schwesig.

Nach Ministeriumsangaben haben bislang rund 18 000 frühere Heimkinder Ansprüche an den vom Bund und von den Ostländern finanzierten Fonds angemeldet. An rund 4000 Menschen seien Hilfen ausgezahlt worden. Betroffene können bis zu 10 000 Euro erhalten. Dazu kommen Rentenersatzleistungen, falls die Betroffenen zwischen ihrem 14. und 18. Lebensjahr in einer DDR-Erziehungseinrichtung arbeiten mussten.

Laut Bundesfamilienministerium gab es rund 495 000 DDR-Heimkinder, von denen 135 000 in den berüchtigten Spezialheimen und Jugendwerkhöfen untergebracht waren.