Kleve - Der nordrhein-westfälische Landesbeauftragte für den Maßregelvollzug, Uwe Dönisch-Seidel, soll als Fußball-Funktionär Steuern und Sozialabgaben in Höhe von fast einer Million Euro hinterzogen haben.

Es lägen zwei Anklagen der Staatsanwaltschaft gegen ihn vor, bestätigte ein Sprecher des Landgerichts Kleve einen Bericht der "Rheinischen Post". Dönisch-Seidel, Chef-Aufseher über 14 Landeskliniken, in denen psychisch kranke Straftäter sitzen, wird vorgeworfen, als Präsident des 1. FC Kleve Fußballspieler jahrelang schwarz bezahlt zu haben. Sein Anwalt wies die Vorwürfe zurück.

Mit einer Razzia waren die Ermittler bereits im Jahr 2008 dem Verdacht nachgegangen. Im vergangenen Monat sei nun die zweite Anklage in dem Ermittlungskomplex erhoben worden, so die Staatsanwaltschaft Kleve. Es gehe um 462 000 Euro Lohnsteuer und 468 000 Euro Sozialabgaben. Der Gesamtschafen beträgt demnach nach Ansicht der Staatsanwaltschaft 930 000 Euro.

Dönisch-Seidels Anwalt Jörg Alvermann sagte am Dienstag in Köln, sein Mandant weise weiterhin alle Vorwürfe zurück. Einzelheiten könnten wegen des laufenden Verfahrens nicht genannt werden. "Ich habe mich jahrelang ehrenamtlich und mit großem persönlichen Einsatz für den 1. FC Kleve engagiert. Ich habe weiterhin nichts zu verbergen", heißt es in einer früheren Stellungnahme des Landesbeauftragten.

Psychologe Dönisch-Seidel ist nach Angaben eines Sprechers des NRW-Gesundheitsministeriums weiterhin im Amt. "Es bleibt zunächst das weitere Vorgehen des zuständigen Landgerichts abzuwarten, insbesondere ob es die Anklage zulässt", hieß es.