Berlin - Angesichts der humanitären Katastrophe im Irak hat die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, die Aufnahme von mehr Flüchtlingen gefordert.

Man müsse sich darauf einstellen, dass Europa in den nächsten Monaten etwa eine halbe Million Menschen aus den Krisengebieten aufnehmen müsse. "Hier sollte und kann Deutschland mehr Verantwortung übernehmen", sagte sie der Zeitung "Die Welt". "Da lässt es sich leider auch nicht verhindern, dass manche Unterkünfte vorübergehend unter den eigentlich wünschenswerten Standards liegen."

Die SPD-Innenminister der Länder beraten an diesem Freitag in Potsdam unter anderem darüber, ob ein spezielles Aufnahmeprogramm auch für Irak-Flüchtlinge nötig ist. Für syrische Flüchtlinge gibt es so etwas bereits - nach Ansicht von Kritikern allerdings in völlig unzureichendem Maße und mit viel zu bürokratischen Hürden.

Zudem forderte Göring-Eckardt mehr humanitäre Hilfe "vor Ort". Die Flüchtlinge bräuchten ein Dach über dem Kopf, etwas zu essen und medizinische Versorgung. "Und zwar schnell und koordiniert."