Berlin - Mehrere tausend Menschen haben unter dem Motto "Freiheit statt Angst" in Berlin gegen Überwachung und für eine strengere Kontrolle der Geheimdienste demonstriert.

Die Auswirkungen von Datenspeicherung durch Unternehmen und staatliche Stellen seien bereits spürbar, sagte der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar der dpa. "Das wird unser ganz normales, alltägliches Leben massiv beeinflussen." Datenauswertung könne dazu führen, dass Menschen keinen Kredit bekämen oder aus Angst ihre Meinung nicht mehr frei äußerten.

Die Veranstalter sprachen von etwa 6500 Demonstranten, die vom Brandenburger Tor zum Kanzleramt zogen. Nach Schätzungen von Beobachtern lag die Teilnehmerzahl darunter. Die Polizei wollte keinen offiziellen Angaben machen.

Viele Demonstranten forderten auf Aufklebern und Plakaten "Asyl für Snowden" und hofften auf weitere Enthüllungen über die Arbeit der Geheimdienste. Der amerikanische Internet-Aktivist und Journalist Jacob Appelbaum rief Aktivisten zu einer Karriere in den Nachrichtendiensten auf, um weitere Unterlagen an die Öffentlichkeit zu bringen. Auch Rufe nach einem "deutschen Snowden" wurden laut.