Berlin - Einen Minister befragen oder die Porträtgalerie der ehemaligen Bundeskanzler anschauen: Beim Tag der offenen Tür bekamen Neugierige Einblicke in die Arbeit der Bundesregierung. Und manche wissen jetzt auch, was der Frisur der Kanzlerin gefährlich werden kann.

Wie sieht der Diensthubschrauber der Bundeskanzlerin von innen aus, welche Staatsgeschenke haben deutsche Regierungschefs erhalten - wer das und noch einiges mehr wissen wollte, bekam am Wochenende in Berlin Antworten. Beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung standen die Pforten des Kanzleramtes, des Bundespresseamtes und der 14 Ministerien am Samstag und Sonntag für Besucher offen. Insgesamt zehn Bundesminister stellten sich in sogenannten Bürger-Pressekonferenzen den Fragen der Gäste.

Ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall lautete das Motto in diesem Jahr "25 Jahre Freiheit und Einheit". Deswegen gab es auch eine Gesprächsrunde mit dem Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn.

Bei warmem Wetter bildeten sich am Samstag zum Teil lange Schlangen vor den Gebäuden in und um Berlin-Mitte. Weniger Wetterglück hatten die Neugierigen am Sonntag - trotz Regens herrschte allerdings auch am zweiten Tag reger Andrang. Man erwarte bei der 16. Ausgabe des Tags der offenen Tür eine ähnlich hohe Besucherzahl wie im Vorjahr, als 150 000 Menschen kamen, hieß es im Bundespresseamt.

Bei der Bundespressekonferenz informierten sich zahlreiche Besucher über die Arbeit der Hauptstadtjournalisten. Besonders gut besucht war die Regierungspressekonferenz, in der Regierungssprecher Steffen Seibert und seine Kollegen aus den Ministerien sonst den Medien Rede und Antwort stehen. Im Mittelpunkt des Publikumsinteresses: Das Aufregerthema Pkw-Maut. Doch auch nach der Ukraine-Krise oder den Auswirkungen des Ebola-Ausbruchs in Westafrika für Deutschland wurde gefragt.

Ein kleiner Junge wollte wissen, ob die Kanzlerin eigentlich nett sei. Einen Eindruck von Angela Merkel konnte man am Sonntag im Kanzleramt gewinnen. Die Regierungschefin nahm sich Zeit für einen Rundgang durchs Haus und den Kanzlerpark, gab Autogramme und machte "Selfie"-Fotos mit Besuchern. In ihrem Diensthubschrauber zu fliegen sei schön, sagte sie, aber manchmal ein bisschen laut. "Wenn ich einen Helm aufsetze, ist meine Frisur hin. Da muss ich aufpassen."

Ein weiterer Höhepunkt am Sonntag: die Live-Schalte im Bundeswirtschaftsministerium zur Internationalen Raumstation ISS. Der Astronaut Alexander Gerst erzählte von seinen Erfahrungen im All.