Was für eine Bruchlandung der PR-Strategen der Fluggesellschaft Malaysia Airlines! Um neue Passagiere für die nach zwei Flugzeugkatastrophen wirtschaftlich schwer ins Trudeln geratene Gesellschaft zu finden, boten die Marketing-Leute ein Gewinnspiel an. Sie riefen neue Kunden dazu auf, eine "My Ultimate Bucket List" mit Dingen zu erstellen, die man noch unbedingt erleben will.

Blöd nur, dass der Begriff "Bucket List" im Englischen für eine Aufzählung von Sachen steht, die man vor seinem Tod noch machen möchte. Eine Umfrage zu den letzten Wünschen ihrer Gäste wäre für jede Fluglinie der Welt ein übler Fehltritt. Dass nun ausgerechnet Malaysia Airlines diesen makabren Einfall hatte, ist ein schier unglaubliches PR-Desaster.

Im März war eine Boeing 777 der Malaysia Airlines mit 239 Menschen spurlos über dem Indischen Ozean verschwunden. Im Juli wurde Flug MH17 über der Ostukraine abgeschossen, alle 298 Menschen starben.

Nach der PR-Aktion gingen tatsächlich viele Menschen in die Luft. Allerdings nicht so, wie sich das Malaysia Airlines vorgestellt haben dürfte. Im Internet tobte ein heftiger Shitstorm. Es hagelte empörte Kommentare bei Facebook und Twitter.

Die Airline teilte mit, derzeit sei der Name unangemessen. Man schätze und respektiere die Gefühle der Öffentlichkeit und habe in keiner Weise beabsichtigt, jemanden zu beleidigen.

Der Wettbewerb soll nun bis zum Jahresende laufen - ohne neuen Titel. Der Fokus "liegt auf den Preisen", hieß es von der Airline. Als Belohnung winken vor allem: Gratis-Flüge.