Berlin - Lange hat die CDU die aufkommende Konkurrenz an ihrem konservativen Rand gewähren lassen. Vor den Landtagswahlen in Brandenburg und Thüringen bläst der Generalsekretär zur Abwehr der AfD.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat seine Partei gegenüber der AfD zu Geschlossenheit und einer gezielten inhaltlichen Auseinandersetzung aufgerufen, etwa beim Thema Grenzkriminalität. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur betonte er in Berlin: "Wir wollen die Wähler zurückgewinnen." Die CDU besetze die Themen, von denen die eurokritische Alternative für Deutschland profitiere.

Mit Blick auf die Vereinbarung im CDU-Vorstand, keine Koalitionen mit der AfD in Bund und Ländern einzugehen, sagte Tauber: "Eine Strategie lebt davon, dass man sie durchhält und nicht alle drei Wochen ändert." Differenzen gibt es aber im täglichen Umgang mit der AfD. Unionsfraktionschef Volker Kauder will sie möglichst ignorieren, andere CDU-Politiker raten zu mehr Konfrontation.

Bei der Landtagswahl in Sachsen am vergangenen Sonntag hatte die AfD aus dem Stand 9,7 Prozent der Stimmen erhalten. Damit sind die Eurokritiker erstmals in einem Landesparlament vertreten. 23 Prozent der AfD-Wähler waren von der CDU gekommen.

Tauber sagte: "Wir kümmern uns um die Themen, die die Wähler zur AfD getrieben haben." Die CDU nehme das sehr ernst. In Brandenburg, wo am 14. September genauso wie in Thüringen ein neuer Landtag gewählt wird, gehe es wie schon in Sachsen um die Kriminalität in der Grenzregion. Der Landesverband will deutlich machen, dass er schon lange von der rot-roten Regierung in Potsdam mehr Polizeipräsenz fordert. Zugleich wirbt die CDU für offene Grenzen, davon profitiere Deutschland.

Tauber betonte: "Die AfD kann für die Union aufgrund der inhaltlichen Ausrichtung kein Partner sein. (...) Ihre Antworten sind nicht mit dem Programm der CDU in Einklang zu bringen." In der Europa- und der gesamten Außenpolitik sei die AfD meilenweit von der Union entfernt. "Sicherlich gibt es auch ein paar Schnittmengen - die haben wir mit allen Parteien." Dabei verwies er auf den Zulauf für die Sachsen-AfD auch von allen Parteien. Sie sei ein Sammelbecken für Protestwähler.

Er sei nicht sehr besorgt, dass die AfD für die Union an ihrem konservativen Rand ein Problem werden könnte wie die Linke für die SPD. Die CDU verstehe sich als Volkspartei, sagte Tauber. "Zweifellos braucht die CDU auch starke Flügel, aber sie darf nie vergessen, dass ihre Stärke von der Positionierung in der Mitte kommt. Nur so können wir dauerhaft 40 Prozent der Wähler erreichen."