Berlin - Für ihn schließt sich ein Kreis: Nach drei Jahren als katholischer Oberhirte in Berlin kehrt Kardinal Woelki auf Wunsch des Papstes in seine Kölner Heimat zurück. Leicht falle ihm das nicht, sagt er.

Mit einem Aufruf zu Frieden und Gerechtigkeit hat sich der nach Köln wechselnde Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki von den Katholiken der Bundeshauptstadt verabschiedet. In einem Pontifikalamt in der Hedwigs-Kathedrale erinnerte der Kardinal an den Mauerfall vor 25 Jahren. "Was heute niederzureißen ist, das sind die Mauern jedweder Lieblosigkeit in Kirche und Gesellschaft", sagte er. "Niederzureißen sind die Mauern von Hunger und Krieg, von Verfolgung und (...) Ungerechtigkeit aller Art."

In den anderen Gottesdiensten der Erzdiözese wurde ein Hirtenwort Woelkis verlesen. "Ich gehe nicht leichten Herzens von Ihnen fort, denn Sie alle sind mir in den vergangenen drei Jahren ans Herz gewachsen", betonte er darin. "Berlin ist mir in dieser Zeit zur zweiten Heimat geworden, und ich war sehr gerne Ihr Bischof."

Der 58 Jahre alte Woelki, gebürtiger Kölner, war von Papst Franziskus zum Erzbischof von Köln berufen worden. Er soll am 20. September als Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Kardinals Joachim Meisner ins neue Amt eingeführt werden. In Berlin bleibt er Verwalter der Diözese ("Diözesan-Administrator"), bis ein neuer Erzbischof gefunden ist.

In seinem Abschiedsgottesdienst rief Woelki die katholischen Christen zu Geschlossenheit auf. "Denn nur gemeinsam können wir ein sichtbares, lebendiges und anziehendes Zeichen für unseren Glauben und die Gemeinschaft der Kirche ablegen", sagte er.

Der evangelische Bischof Markus Dröge dankte dem scheidenden Kollegen in einem Grußwort vor allem für die Zusammenarbeit etwa in der Flüchtlingspolitik und im christlich-jüdischen Dialog: "Wir haben gemeinsam an einem Strang gezogen."

Woelki war seit 2011 Erzbischof von Berlin. Er galt als Ziehsohn seines streng konservativen Vorgängers Meisner. In Berlin erarbeitete er sich jedoch den Ruf, offen auf Menschen zuzugehen und sich ihren Problemen zu stellen. Die Katholiken in Köln erhoffen sich nach Meisners 25-jähriger Amtszeit, dass Woelki frischen Wind in das mitgliederstärkste deutsche Bistum bringt.