Berlin (dpa/vs) | Ein Rentner rappt gegen Hundehaufen. Clubgänger ziehen bei einem Rave als Müllmänner und Putzfrauen verkleidet durch die Straßen. Die Stadtreinigung schickt einen Roboter-Mülleimer namens Reiner los, um für Sauberkeit zu werben. In Berlin, das mit Dreck und Pinkel-Ecken schon ganze Generationen von Schülern auf Klassenfahrt verschreckt hat, passiert einiges gegen Müll. Die Hauptstadt kämpft gegen ihr Schmuddel-Image.

Am morgigen Freitag und am Sonnabend gibt es eine große Sammelaktion. In vielen Vierteln packen Freiwillige beim Großreinemachen an. Eine Woche später, am 20. September, wollen Umweltschützer auf dem alten Flughafen in Tempelhof eine neun Kilometer lange Kette aus 30.000 Plastiktüten bilden, ein Zeichen gegen die Verschwendung von Plastik. Motto der Aktion: "Berlin tüt was."

Wortspiele sollen der Berlin-Aktion gegen den Müll den nötigen Pep verleihen. "Mach Pankow blanko" oder "Glänzlberg" kleben die Berliner Stadtreinigungsbetriebe auf die orangefarbenen Mülleimer der Stadt. Das Motto: "Eimer ist immer für sie da."

Zum Beispiel Manfred Gresens. Dem Rentner stank der überall herumliegende Hundekot so sehr, dass er sich als Rapper versuchte. In einem acht Minuten langen Internetvideo mit einigen drastischen Beweisfotos machte der 80-Jährige seinem Ärger Luft. Auszüge: "Die Köterhalter scheren sich einen Dreck / und machen die Scheiße einfach nicht weg." Mittlerweile wurde das Video rund 50.000 Mal angeklickt. Sauber!