Berlin - Seit Anfang des Jahres sind rund 100 000 Asylbewerber nach Deutschland gekommen - fast 60 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Wie das Bundesinnenministerium am Donnerstag mitteilte, stellten zwischen Anfang Januar und Ende August 99 592 Ausländer erstmalig einen Antrag auf Asyl. Hinzu kamen 16 145 sogenannte Folgeanträge von Asylbewerbern, deren Erstanträge abgelehnt worden waren. Im vergangenen Jahr waren es bis Ende August 62 464 Erstanträge und 8778 Folgeanträge gewesen. Im August dieses Jahres kamen allerdings rund neun Prozent weniger Asylbewerber nach Deutschland (15 138) als im vergangenen Juli.

Die meisten Menschen, die seit Jahresbeginn versucht haben, als Flüchtling anerkannt zu werden, stammen aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Allein im August stellten 3419 Syrer einen Asylantrag. An zweiter Stelle standen Menschen aus Serbien, gefolgt von Eritreern, Mazedoniern und Irakern. 733 Menschen kamen aus Afghanistan, 756 aus Bosnien-Herzegowina. Die Bundesregierung will Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als "sichere Herkunftsländer" einstufen, um die Asylverfahren von Antragstellern aus diesen Ländern zu beschleunigen. Die Grünen sperren sich mit Hinweis auf die schlechten Lebensbedingungen der Roma-Minderheit in diesen Ländern.

Die Bundesbürger stehen einer zusätzlichen Aufnahme von Flüchtlingen nach einer aktuellen Umfrage für N24 mehrheitlich skeptisch gegenüber. 44 Prozent sprachen sich dafür aus, dass Deutschland in Zukunft weniger Asylsuchende aufnimmt als bisher, 33 Prozent wollen die derzeitige Asylquote beibehalten. Nur 19 Prozent sind dafür, in Zukunft mehr Flüchtlinge aufzunehmen.