Berlin - Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Philipp Mißfelder, ist in Erklärungsnot geraten, weil er einem Unternehmer Regierungskontakte vermittelt und dieser dafür möglicherweise Parteispenden gezahlt hat.

Der CDU-Politiker räumte gegenüber dem "Spiegel" ein, dem Mann 2010 die Teilnahme an einer Irak-Reise des damaligen Außenministers Guido Westerwelle (FDP) vermittelt zu haben. Er bestätigte dem Nachrichtenmagazin auch, dass dessen Firma zeitgleich insgesamt 49 000 Euro für Mißfelders CDU-Kreisverband und die Junge Union gespendet hat.

Mißfelder ist auch Vorsitzender der Jungen Union. Das Amt gibt der 35-Jährige am kommenden Wochenende nach zwölf Jahren ab.

Bei den Vorwürfen geht es um die Berliner Firma Luthardt und ihren Mitinhaber Sven Luthardt. Er ist dem Bericht zufolge auf Projektmanagement im Energiebereich spezialisiert. Nach Angaben des Magazins soll er seit 2009 bei mindestens sieben Delegationsreisen der Bundesregierung in den Irak oder andere arabische Länder dabei gewesen sein. Mißfelder bestätigte aber nur die Vermittlung für die Reise mit Westerwelle 2010 und bestreitet, weitere vermittelt zu haben. Luthardt sagte dem Magazin, die Firma unterstütze "seit Gründung die Arbeit demokratischer Parteien, die CDU gehört dazu".