Berlin - Von heute an läuft der Countdown in der Berliner SPD zur Kür des nächsten Regierenden Bürgermeisters. Wer sich um die Nachfolge des scheidenden Regierungschefs Klaus Wowereit (60) bewerben darf, legt der Landesvorstand am Nachmittag fest.

Ihren Hut in den Ring haben bisher vier Kandidaten geworfen - drei bekannte und ein unbekannter. Es bewerben sich SPD-Landeschef Jan Stöß (41), der Vorsitzende der Abgeordnetenhausfraktion, Raed Saleh (37), und Stadtentwicklungssenator Michael Müller (49). Diese drei können fest mit ihrer Nominierung durch den Landesvorstand rechnen.

Überraschend hat sich schriftlich beim SPD-Vorstand auch Dietmar Arnold (49) beworben, der Vorsitzende des Vereins Berliner Unterwelten. Er muss für eine Kandidatur die Unterstützung entweder eines Kreisvorstands, einer Kreisdelegiertenversammlung oder von drei Abteilungsversammlungen gewinnen. Ob Arnold das gelungen ist, wusste am Sonntag keiner in der SPD genau.

Wer sich den SPD-Delegierten auf dem Landesparteitag als Spitzenkandidat präsentieren wird, darüber entscheiden die rund 17 000 Mitglieder in einer Befragung. Die Stimmzettel dafür werden am kommenden Freitag (19. September) verschickt und am 18. Oktober ausgezählt. Erzielt keiner der Bewerber mehr als 50 Prozent, kommt es zu einer Stichwahl unter den beiden mit den meisten Stimmen. Dieser zweite Wahlgang soll bis 6. November ausgezählt sein.