Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit nutzen es, das soziale Netzwerk Facebook - und jetzt auch die sachsen-anhaltische Staatskanzlei, Dienstsitz von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Haseloff hat einen Regierungssprecher. Der wird - der Name verrät es - eigentlich fürs Sprechen bezahlt. "Die Welt der Kommunikation hat sich geändert", sagt er jetzt. "Die alte Staatskanzlei schließt sich dem Trend an." Also zeigt die Staatskanzlei Gesicht auf Facebook, das mithin kein Buch mit sieben Siegeln mehr ist.

Aber aufgepasst: Bei Facebook läuft einiges anders als gewohnt. Da wird kommentiert statt koaliert. Da gibt es heiße Debatten in Chatrooms - nicht in Ausschüssen. Und abgestimmt wird, ruck, zuck, mit dem Daumen.

Man muss auch wissen: Wenn mal was schiefgeht in der Staatskanzlei, kann in den sozialen Netzwerken ein "Shitstorm" toben, ein Sturm der Entrüstung. Dagegen ist jede noch so hitzige Landtagsdebatte ein kuscheliges Wohlfühl-Erlebnis. Zum Trost sei gesagt: Es gibt auch den sogenannten Candystorm. Dann schwappt eine Welle des Zuspruchs in die Staatskanzlei. Doch erstmal sucht die Machtzentrale Facebook-Freunde. Ganz genau 7902 hat sie schon. Nun ja, Mario Götze hat neun Millionen Freunde. Aber der ist ja Weltmeister.

Politische Themen sollen auf der Facebook-Seite zu finden sein, Ankündigungen, Feiern. Doch Vorsicht: Bloß nicht das Sommerfest der Regierung im Netz ankündigen! Mit "Facebook-Partys" und ungeladenen Gästen hat schon manch einer verdammt schlechte Erfahrungen gemacht.