Berlin - Der Zustrom von Flüchtlingen stellt die ehrenamtlichen Essensausgaben in Deutschland vor Probleme.

"Tafeln helfen, wo sie können, aber sie kommen da auch sehr deutlich an ihre Grenzen", sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Tafel, Jochen Brühl, vor einem Jahresempfang am Mittwoch in Berlin.

"Wir merken, dass Flüchtlinge traumatisiert sind", sagte Brühl der Nachrichtenagentur dpa. Damit seien die ehrenamtlichen Helfer überfordert. Die Flüchtlingswelle in einigen deutschen Regionen sei für die Tafeln nicht stemmbar. Die Essensausgaben seien oft die ersten Anlaufstellen, die in den Unterkünften genannt würden. Brühl forderte die Politik auf, die Bürger nicht alleinzulassen.

Generell kommen Tafelbesucher immer häufiger aus der "Mitte der Gesellschaft", wie Brühl sagte. Früher waren es demnach hauptsächlich Obdachlose und Langzeitarbeitslose, heute seien es auch Senioren, Studenten, Alleinerziehende und kinderreiche Familien. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe weiter auseinander.

Nach Angaben des Verbandes gibt es 900 Tafeln in Deutschland, wo 60 000 ehrenamtliche Helfer arbeiten. Dort bekommen arme Menschen Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden, entweder kostenlos oder für einen symbolischen Betrag.