Halle | Das war kein gutes Wochenende für Halle. Magdeburg wird die Saalestadt wohl in diesem Jahr als einwohnerreichste Stadt des Landes ablösen, der HFC hat wieder verloren (okay, der FCM auch, aber das sind wir gewohnt) und dann platzte in das traditionsreiche Salzfest auch noch eine Hiobsbotschaft: Der renommierte Leipziger Namensforscher Jürgen Udolph zweifelt in seinem neuen Buch daran, dass Halles Name vom weißen Gold, dem Salz, abstammt, das nachweislich seit dem 12. Jahrhundert der Stadt zu Reichtum und Ansehen verhalf. Vielmehr habe der Stadtname seinen Ursprung im germanischen Wort für "Halde, Abhang, Gefälle". Udolph argumentiert, dass die Salzproduktion zunächst in Giebichenstein erfolgte und die Stadt Halle ihren Namen bereits trug, als diese dorthin verlegt wurde. Die "Halde" deute eher auf den Höhenunterschied zwischen Altstadt und Saaleufer hin.

Solch ein Traditionsfrevel schmeckt der mittelalterlichen Bruderschaft der Salzwirker, den Halloren, die die Salzsiedetradition der Saalestadt wie ihren Augapfel hüten, natürlich gar nicht. Man bestehe weiter auf der althergebrachten Deutung, betonte Halloren-Vorsteher Steffen Kohlert.

Während die Stadtmarketinggesellschaft in Halle vorsichtshalber ihr Infomaterial umschreiben will, reibt man sich in Magdeburg die Hände: Denn hier thront laut Namensforscher Udolph erhaben auf dem Domfelsen die "maghede Burg" (mächtige Burg), während die Konkurrenz im Süden auf der Halde siedelte. Die Diskussion um den Titel der Landeshauptstadt dürfte damit endgültig geklärt sein...