Düsseldorf - Der mutmaßliche Anführer der Düsseldorfer Terror-Zelle von Al-Kaida will im Prozess vor dem dortigen Oberlandesgericht nun doch nicht aussagen. Der Angeklagte habe es sich kurzfristig anders überlegt, teilte die Vorsitzende Richterin Barbara Havliza mit.

Am Montag hatte das Gericht noch bekanntgegeben, dass der Hauptangeklagte in dem schon mehr als zwei Jahren dauernden Prozess gegen vier mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen sein Schweigen brechen will. Die Gruppe soll im Namen Al Kaidas einen verheerenden Terroranschlag in Deutschland geplant haben.

Das Gericht will die Beweisaufnahme nun schließen. Es hat bereits 155 Verhandlungstage absolviert.

Bei dem Hauptangeklagten handelt es sich um den Marokkaner Abdeladim El-K. (33). Am 29. April 2011 hatte die Polizei in einem Mehrfamilienhaus in Düsseldorf nahe der Universität eine mutmaßliche Bombenwerkstatt ausgehoben. Zuvor war die Wohngemeinschaft rund um die Uhr observiert worden. In mitgelesenen E-Mails an die Al-Kaida-Führung stand: "Oh, unser Scheich, wir halten noch unser Versprechen. Wir werden mit dem Schlachten der Hunde anfangen."

Hinweise auf die Düsseldorfer Zelle wurden auch im Versteck von Terroristen-Chef Osama bin Laden in Pakistan entdeckt, nachdem dieser von einer US-Spezialeinheit getötet worden war.