Potsdam (dpa) - l Mit einem riesigen Heliumballon gehen Forscher der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) auf Grundwassersuche. Auf einem Truppenübungsplatz bei Potsdam haben Geophysiker das neue System getestet. Alles sei leicht zu handhaben und laufe stabil, sagt Projektleiter Friedrich Schildknecht.

In dem Ballon mit einem Durchmesser von 22 Metern, der nur wenige Meter über dem Boden schwebt, sind elektromagnetische Spulen eingearbeitet. Über diese wird im Untergrund ein Feld erzeugt. Danach werden die Spulen abgeschaltet. "Wir messen dann, wie schnell das elektromagnetische Feld im Boden zerfällt. Dies gibt uns Hinweise darauf, ob es Wasser gibt", so Schildknecht. Mit dem System, das sich die unterschiedliche Leitfähigkeit von Wasser und anderen Stoffen zunutze macht, kann Wasser in einer Tiefe von bis zu 120 Metern gefunden werden.

Das Verfahren gibt es bereits seit 30 Jahren. Bislang mussten die Geowissenschaftler die Spulen jedoch per Hand auf dem Untergrund auslegen. "Das war sehr mühsam und hat ewig gedauert", erklärte BGR-Referatsleiter Uwe Meyer.

Bei einem Entwicklungshilfe-Einsatz in Namibia sei Schildknecht auf die Idee gekommen. "Im Norden konnten wir nicht weitersuchen, weil überall Minen lagen", schildert er. Das Ballon-Verfahren sei kostengünstiger als die Suche per Helikopter, weil die schweren Messgeräte am Boden bleiben können. Nur die Spulen müssen in die Luft.

Die gewonnenen Daten werden an einen Computer übermittelt, später mit GPS-Daten gepaart und zu einer Wasserlandkarte verarbeitet.