Weimar (dpa) | Der Theologe und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer ist mit der Goldenen Medaille der Humboldt-Gesellschaft geehrt worden. Der 70-Jährige nahm die Auszeichnung am Sonntag vor rund 60 geladenen Gästen in Weimar entgegen, wie ein Sprecher der Gesellschaft sagte. In seiner Rede habe Schorlemmer darauf verwiesen, dass er nicht nur als Bürgerrechtler in der DDR gesehen werden wolle, sondern es auch heute noch sei.

Die Humboldt-Gesellschaft begründete die Ehrung 25 Jahre nach dem Mauerfall mit dem langjährigen zivilen Mut Schorlemmers. Damit habe er sich für eine politisch-humane Sache eingesetzt und dabei viele persönliche Nachteile in Kauf genommen.

Schorlemmer ist eine Symbolfigur der DDR-Opposition. Er gehörte zu den Wortführern während der friedlichen Revolution. Mit seinem Aufruf zur Gewaltlosigkeit bei der Massendemonstration am 4. November 1989 auf dem Berliner Alexanderplatz schrieb er Geschichte mit.

Die Goldene Medaille der Humboldt-Gesellschaft wird seit 1964 verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog und der Komponist Carl Orff. Die Ehrung bildete den Abschluss der 100. Tagung der Humboldt-Gesellschaft in Weimar. Sie hat nach eigenen Angaben rund 280 Mitglieder.