Bad Orb - Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat die Bundesregierung wegen des nach wie vor ausstehenden Präventionsgesetzes kritisiert. Trotz mehrfacher Ankündigungen sei es noch immer nicht verabschiedet worden, sagte Verbandspräsident Wolfram Hartmann.

Das Gesetz sei nötig, um die Vorsorge zu verbessern, damit Krankheiten im frühen Kindesalter erst gar nicht entstehen. "Doch diese Möglichkeiten der primären Prävention lassen die bisherigen Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen nicht zu", bedauert Hartmann.

Entsprechende Gesetzesvorhaben waren unter früheren Regierungen gescheitert. Die neue Bundesregierung hatte angekündigt, im Kampf gegen Volkskrankheiten noch 2014 ein solches Gesetz zu verabschieden. Es soll gesetzliche und private Kassen verpflichten, einen bestimmten Betrag pro Versichertem für die Vorsorge auszugeben. So soll die Vorbeugung von Krankheiten von der Kita bis in die Altenpflege gestärkt werden. Im hessischen Bad Orb beraten seit Samstag 400 Kinder- und Jugendärzte aus Deutschland bei einem fünftägigen Kongress.