Berlin - Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) haben nach einem Zeitungsbericht bei ihrem Treffen zur Energiewende ihre Zeitpläne miteinander abgestimmt.

Nach dem Gespräch am Donnerstag hatten sie mitgeteilt, dass Seehofer bis Januar Zeit hat, in Bayern einen Dialogprozess über die beiden umstrittenen Stromtrassen zu führen. Nach Informationen der "Bild am Sonntag" passt das mit Gabriels Plänen zusammen. Dieser wolle bis Dezember eine Beschreibung der großen Probleme vorlegen und bis zum Beginn nächsten Jahres alternative Lösungsvorschläge unter anderem für die Regulierung des Kapazitätsmarktes.

Seehofer, der auch CSU-Vorsitzender ist, sagte der Zeitung: "Die Energiewende ist ein gigantisches Zukunftswerk und deshalb nur in Gemeinsamkeit ohne Parteibrille zu bewältigen. Sigmar Gabriel ist in der Materie sehr zu Hause. Mit solchen Leuten macht die Zusammenarbeit Spaß."

Seehfoer hat Bedenken gegen eine 800 Kilometer lange Trasse aus dem Norden und eine 450 Kilometer lange Trasse von Sachsen-Anhalt nach Bayern. In seinem Land gibt es erhebliche Proteste dagegen. Allerdings hatte Seehofer 2013 im Bundesrat selbst zugestimmt.