Brüssel | Blöde Sache, das mit der Drei-Prozent-Defizitgrenze in Europa. Jedenfalls für die Länder, die diese Hürde regelmäßig reißen. Dann gibt´s aus Brüssel kräftig was auf die Hörner - saftige Strafen sind nicht selten. Nun jedoch baut Europa selbst den Defizit-Sündern eine goldene Brücke. In Form einer neuen Berechnungsgrundlage, die man sich bei der Statistikbehörde Eurostat ausgedacht hat. Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht!

Die Statistiker haben nämlich herausgefunden, dass sich ein wichtiger ökonomischer Bereich in den offiziellen Zahlen gar nicht wiederfindet: die Schattenwirtschaft. Folglich fließen nun auch die Erlöse aus der Prostitution oder dem Drogenhandel in die Wirtschaftsleistung der EU-Staaten ein. Hinzu kommen die Ausgaben für Forschung und Militär, die fürderhin zu den Investionen zählen.

Flugs stehen etliche Krisenländer besser da als gedacht: Irland, Zypern und Griechenland konnten ihr Minuskonto reduzieren. Auch Spanien, Polen, Bulgarien und Italien profitieren vom spitzen Bleistift der Eurokraten. Bei der nächsten Krise also 20 Panzer kaufen oder sechs Freudenhäuser genehmigen - schon stimmt die Staatskasse. Hauptsache, die Geschäfte laufen, egal wie schlüpfrig.