Frankfurt/Main (dpa) | Deutschlands Steuerzahler können aufatmen: Alle großen Banken haben ausreichend Kapital, um auch schweren Krisen zu trotzen, wie Bundesbank und Finanzaufsicht Bafin am Sonntag mitteilten. Zwar fiel die Münchener Hypothekenbank als einziges deutsches Institut bei den Bankentests der Europäischen Zentralbank (EZB) auf Grundlage der Zahlen von 2013 durch. Das Institut hat den Angaben zufolge die Kapitallücke aber mittlerweile geschlossen. Insgesamt wurden in Deutschland 24 Bank-Gruppen überprüft.

Als "sehr erfreulich" bezeichnete die Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Elke König, das Abschneiden der deutschen Teilnehmer. König forderte die Institute zugleich auf, sich nicht auf "ihren Lorbeeren" auszuruhen.

HSH Nordbank bis zuletzt Wackelkandidat

"Absolut gelassen" reagierte die Münchener Hypothekenbank. "Es interessiert das Ergebnis am Ende der Übung", sagte der Sprecher der Instituts, Phil Zundel. Die Bank fühle sich sehr gut aufgestellt. Es seien überhaupt keine Auswirkungen zu erwarten.

Wegen ihres hohen Anteils an Schiffskrediten sowie den komplizierten Kapitalgarantien der Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein hatte bis zuletzt vor allem die HSH Nordbank als Wackelkandidat gegolten. Sie besitzt dem Test zufolge jedoch genug Kapital, um auch starken wirtschaftlichen Belastungen in den kommenden Jahren standzuhalten.

Die seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Commerzbank und die NordLB meisterten die Tests ebenfalls. Sie waren wegen ihrer umfangreichen Engagements im schwierigen Markt für Schiffsfinanzierungen kritisch beäugt worden.

25 Banken bestehen Stresstest nicht

Die Deutsche Bank bestand den Fitnesscheck locker. Der deutsche Branchenprimus hatte im zweiten Quartal bereits Vorsorge für mögliche Probleme getroffen und sich über eine Kapitalerhöhung 8,5 Milliarden Euro beschafft. Aber auch ohne das frische Geld ist die Deutsche Bank dem Test zufolge für Stürme gewappnet.

Insgesamt hatten die EZB und die nationalen Aufseher in den vergangenen Monaten 130 Banken im Euroraum auf Herz und Nieren geprüft. 25 Institute fielen durch. Knapp die Hälfte ist aber bereits auf der sicheren Seite: 12 verbesserten im Laufe der vergangenen Monate ihre Kapitalpuffer für Krisenzeiten.

Die übrigen müssen nun in den nächsten sechs bis neun Monaten die Lücken schließen. Gelingt ihnen das auf dem Kapitalmarkt nicht, sollen noch einmal die Nationalstaaten, also letztlich die Steuerzahler einspringen. In vielen Ländern gibt es dafür bereits entsprechende Notfallprogramme.