Berlin - Vor der Syrien-Flüchtlingskonferenz in Berlin hat Pro Asyl die Öffnung der Grenzen Europas und die Einrichtung einer europäischen Seenotrettung im Mittelmeer gefordert.

Der Geschäftsführer der Flüchtlingsorganisation, Günter Burkhardt, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", in den Erstaufnahmestaaten Libanon, Jordanien und der Türkei sinke die Bereitschaft weitere syrische Flüchtlinge aufzunehmen. "Wer will, dass die Grenzen der Nachbarstaaten offen bleiben, muss seine eigenen Grenzen ebenfalls öffnen." Eine höhere finanzielle Unterstützung sei dringend, reiche aber nicht aus.

Burkhardt sagte weiter, wegen fehlender legaler Fluchtwege versuchten Flüchtlinge aus Syrien und anderen Krisenregionen wie Eritrea, mit seeuntüchtigen Booten Europa zu erreichen. Mehr als 3000 Menschen seien in diesem Jahr im Mittelmeer ertrunken, mehr als 100 000 habe die italienische Marine im Rahmen des Rettungseinsatzes "Mare Nostrum" aus Seenot gerettet. Ende Oktober höre "Mare Nostrum" auf. Die EU-Grenzagentur Frontex mit ihrer Grenzschutzaktion "Triton" könne "Mare Nostrum" nicht ersetzen. Zu befürchten sei, dass es mehr tote Bootsflüchtlinge im Mittelmeer geben werde.

Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter forderte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag) "mehr Möglichkeiten der sicheren und legalen Einreise nach Europa". Um eine sichere Ankunft in der EU zu ermöglichen, solle die Europäische Union "humanitäre Visa für syrische Flüchtlinge" einführen. Auch Peter verlangte, die Seenotrettung auf ein sicheres Fundament zu stellen und sichere Zugangswege für Flüchtlinge zu schaffen.

Das Auswärtige Amt hat für diesen Dienstag zu einer internationalen Syrien-Flüchtlingskonferenz eingeladen. Dazu wird auch UN-Flüchtlingskommissar António Guterres erwartet.