Stockholm (dpa/vs) | Der November in Stockholm kann fies sein. Da kann das letzte Herbstlaub noch so malerisch an den bunten alten Häusern vorbeiflattern: Wenn vor vier Uhr nachmittags die Sonne untergeht, droht der Blues.

"Der Winter ist für viele Menschen hart", sagt die Psychologin Mia Fahlén. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen will sie einsame Schweden vor grauer Grübelei retten - mit einer Therapie auf der Taxifahrt. Eine Woche lang sitzt Fahlén in Stockholmer Taxis auf der Rückbank. Wer einen Wagen bucht, bekommt ihre Hilfe auf Wunsch dazu, ohne Aufpreis. Zum Psychologen zu gehen sei ein großer Schritt, sagt sie. "Ins Taxi zu steigen ist einfacher." Ganz uneigennützig ist die Aktion des größten Taxiunternehmens in Stockholm natürlich nicht. Auf dem umkämpften Taximarkt müssen sich die Konkurrenten mit originellen Einfällen behaupten.

Angesichts steigender Taxi-Preise wäre das auch ein Modell für Sachsen-Anhalt. Auf der Rückbank könnte dann ein Finanzberater Tipps für einen günstigen Kredit geben.(dpa/vs)