Die alles entscheidende Frage "Was bewegt meinen Mitmenschen" beschäftigt seit vielen tausend Jahren Seher, Schamanen und ihre Erben, Forscher an meist angelsächsischen Universitäten.

An einer solchen, im kanadischen Kingston, besann man sich auf eine einfache und nahe liegende Methode, den Menschen zu ergründen. Keine aufwendig erhobenen Bewegungsprofile im Internet wie sie amerikanische Bundesbehörden bevorzugen, keine Sensoren: Sie gucken einfach, wie man sich bewegt. Zunächst müssen die Studienteilnehmer positive und negative Worte lesen. Anschließend schickten die Forscher sie auf ein Laufband, wo ihre Haltung analysiert wurde. Das Ergebnis ist so überraschend nicht: Wer mit Hängeschultern schlurft, kann sich auch am besten an negative Wörter erinnern.


Ja, für die Forscher führt der "bedrückte Gang" selbst zu einem negativen Gemütszustand. Das wusste die Autorin des Buches "Wer geht, gewinnt" schon lange. Andrea Latritsch-Karlbauer ist laut Internet-Magazin Agitano "führende Expertin betreffend die Entwicklung der eigenen, authentischen Haltung" und trainiert darin Führungskräfte. Dafür hat sie "Clownstheater" und Pantomime gelernt.

Gehen ist das Fundament für jegliches Handeln, sagt Latrisch-Karlbauer und verspricht uns auf Spaziergängen zu einem "optimalen Daseinszustand" zu führen. Beispiele bestätigen sie: Joschka Fischer schlurfte in den Landtag und joggte als Außenminister. Die Gangart von Angela Merkel drückte lange wenig Dynamik aus. Als Kanzlerin kann man sie selbst im Urlaub auf Ischia bei flotten Märschen beobachten.