Wiesbaden - Für Hunderttausende ist die Rente nicht groß genug, um im Alter den Lebensunterhalt zu bestreiten. Immer mehr Senioren sind daher auf eine spezielle Form der Sozialhilfe angewiesen.

Eine halbe Million Menschen über 65 Jahre bekommt Grundsicherung vom Staat. Ende 2013 waren das 7,4 Prozent mehr als im Jahr davor, wie das Statistische Bundesamt berichtete.

499 000 Personen im Rentenalter bekamen Ende 2013 Grundsicherung nach dem vierten Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch.

Grundsicherung kann man aus zwei Gründen bekommen: bei Bedarf im Alter oder bei Erwerbsminderung. Die "bedarfsorientierte Sozialleistung", die 2003 eingeführt wurde, soll diesen beiden Gruppen helfen, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Wegen dauerhafter Erwerbsminderung bekamen Ende 2013 zusätzlich 463 000 Menschen unter 65 Jahren Grundsicherung.

Besonders häufig darauf angewiesen sind Frauen, vor allem in Westdeutschland. 2013 bezogen in den alten Bundesländern 36 von 1000 Frauen und 27 von 1000 Männern dieses Alters Grundsicherung. In den neuen Ländern einschließlich Berlin waren es 22 von 1000 Frauen und 20 von 1000 Männern.

Insgesamt wurden im früheren Bundesgebiet 32 von 1000 älteren Einwohnern unterstützt, in den neuen Ländern einschließlich Berlin 21 von 1000. Spitzenreiter unter den Bundesländern waren die Stadtstaaten Hamburg (68 je 1000 Einwohner), Bremen (59 je 1000 Einwohner) und Berlin (58 je 1000 Einwohner). Mit jeweils 11 Empfängern je 1000 Einwohnern ab 65 Jahren nahm die Bevölkerung in Sachsen und Thüringen diese Leistungen am seltensten in Anspruch.

"Die Dynamik in der Armutsentwicklung ist mehr als Besorgnis erregend", erklärte Grünen-Politiker Markus Kurth, Sprecher für Rentenpolitik. "Nach allen Prognosen wird die Altersarmut in den nächsten Jahren deutlich zunehmen, wenn jetzt nicht endlich gegengesteuert wird."

er rentenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Matthias Birkwald, forderte: "Wenn wir den Trend, dass immer weniger Menschen von ihrer Rente leben können, stoppen oder sogar umkehren wollen, brauchen wir jetzt harte Maßnahmen gegen Altersarmut."