SPD und Grüne im Ruhrpott haben dem Ampelmännchen den Kampf angesagt. Diesem Macho, der dreist die Parteifarben Rot und Grün benutzt und den Frauen seit Jahrzehnten vorschreibt, wo es im Straßenverkehr langgeht, solle doch endlich ein weibliches Pendant zur Seite gestellt werden.Wie die "Welt online" berichtet, stellten die Grünen im Dortmunder Stadtbezirk Innenstadt-West mit Unterstützung des Koalitionspartners SPD deshalb den Antrag, die Hälfte der Ampelmännchen im Bezirk auf "Ampelfrauchen" umzurüsten. Durch die Gleichstellung von Mann und Frau sei das nur folgerichtig, heißt es im Antrag, und: Vorteil der Ampelfrau sei eine vergrößerte Leuchtfläche. Während die Frauenquote an der Ampel in der Sitzung der Bezirksvertretung kaum für Gesprächsbedarf sorgte, brach im Internet nach Bekanntwerden des Antrages ein Proteststurm los. Die Junge Union ätzte laut "Welt" über "unsinnige rot-grüne Weltverbesserungsträumereien".


Andere fragten angesichts laufender Diskussionen um einen drastischen Sparkurs in der Stadt: "Habt ihr keine anderen Sorgen?" SPD und Grüne fühlen sich missverstanden - schließlich sollen nur kaputte Männchen-Scheiben gegen heile Frauchen-Scheiben ausgetauscht werden und die Aktion somit kein zusätzliches Geld kosten. Den Frauen als mutmaßlicher Zielgruppe könnte gefallen, dass die neue Ampelfrau in Dortmund moderner daherkommen soll - ohne Zopf und Rock, wie sie in anderen Großstädten wie Dresden, Köln oder Zwickau zu sehen ist. Darin finde sich heute nicht mehr jede Frau wieder, glaubt ein junger Grünenpolitiker zu wissen.

Doch Vorsicht, liebe Grüne: Wer einer modernen (Ampel-)Frau in Macho-Manier eine vergrößerte Leuchtfläche attestiert, wandelt am Rande einer Backpfeife ...